
Das letztes Foto von meinem Laptop
Eigentlich war es mir klar: wenn man Diplomarbeit schreibt, ist es ja praktisch vorprogrammiert, dass der Laptop irgendwann versagt. Fast jeder kennt irgendwelche Horrorgeschichten von (mehr oder weniger nahen) Bekannten, deren Arbeit von Monaten verloren ging, weil die Technik plötzlich streikte.
Letzte Woche wars also auch bei mir soweit. Mein schönes, liebgewonnenes Thinkpad T23 mag nich mehr. Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass der Ausfall angekündigt wurde! Metallisch klingende Schleifgeräusche und gelegentliches Kracksen ließen erahnen, dass es dem Lüfter nicht sonderlich gut ging. Aber nach ein paar Umdrehungen lief er normalerweise wieder stabil. Nicht so letzten Montag. Hochmotiviert war ich vormittags in die Universitätsbibliothek gefahren um fleissig weiter zu programmieren. Voller Tatendrang drücke ich den Knopf des Laptops und nach ein paar Augenblicken erscheint der nette Hinweis: „Fan error. Failed to boot. Press F1 for BIOS Settings.“ Super! Also wurde neu gestartet. Ich kannte den Fehler schon und normalerweise kriegte sich der Lüfter nach ein- bis zwei Versuchen wieder ein… Nicht so an diesem Tag. Nach zehn Versuchen gab ich entnervt auf und fuhr wieder nach Hause.
Wer nun eine weitere Horrorgeschichte erwartet wird leider (naja, eher zum Glück) enttäuscht, denn ich hatte natürlich Vorsichtsmaßnahmen getroffen! Das Wundermittel heißt Subversion, kurz: SVN. Subversion ist eine Software die aus einem Server und beliebig vielen Clients besteht. Das Prinzip ist relativ einfach: Ich schreibe lustig an einem Dokument und lade es dann über SVN auf den Server. Dort liegt dann die aktuelle Version des Dokuments. Wenn ich später mit einem anderen Rechner arbeite, kann ich die neueste Version des Dokuments vom Server laden, bearbeiten und nach getaner Arbeit wieder hochladen. So habe ich immer die aktuellste Version auf dem Server.
Das ganze könnte ich ebensogut mit einem USB-Stick machen auf den ich die Arbeit kopiere, ABER: Es gibt bei SVN die Möglichkeit alte Versionen einer Datei wieder herzustellen, da alle Änderungen auf dem Server gespeichert werden. Außerdem muss ich nicht selbst nachsehen welche Datei sich nun geändert hat und hochgeladen werden muss. Ich gebe nur das Verzeichnis an und SVN kopiert alle aktualisierten Dateien auf den Server.
Besonders effektiv ist so ein Versionskontrollsystem natürlich wenn mehrere Personen an einem gemeinsamen Projekt arbeiten, da man auch nachvollziehen kann, wer welche Änderungen vorgenommen hat. Aber auch für eigene „Solo“-Projekte ist es sehr praktisch und empfehlenswert.
Ich war jedenfalls sehr beruhigt, dass ich den aktuellen Stand meiner Diplomarbeit mit einem einfachen „svn checkout svn://…“ wieder auf meinem Ersatzlaptop herstellen konnte.
Wer’s auch mal ausprobieren möchte, oder weitere Infos zu SVN sucht, kann hier fündig werden:
- Die offizielle Webseite von Subversion
http://subversion.tigris.org - Ein sehr umfangreiches Onlinebuch zu Subversion, in dem alle Fragen beantwortet werden
http://svnbook.red-bean.com/ - Ein SVN-Client für Windows, der sich wunderbar in den Explorer integriert
http://tortoisesvn.tigris.org/


Das ist super
Wenn schon SCM dann doch bitte gleich ein Verteiltes. SVN ist dermaßen veraltet..
Git oder Mercurial kann ich empfehlen.
Hm, die kenne ich noch gar nicht. Werde ich mir mal bei Gelegenheit ansehen.
Aber für meine Zwecke hat’s bisher auch das „veraltete“ SVN prima getan.