Ja ja… ich hab mal wieder ein bißchen World of Warcraft gespielt. Lang lang ist’s her, dass ich jeden Tag gespielt hab.
Viele denken sicher anders, aber für mich sind die Schlachtfelder das schönste am Spiel. Allerdings muss man im Chat-Beleidigungen-Ignorieren schon etwas geübter sein um sich nicht vergraueln zu lassen. Aber das ist ein anderes Thema.
Ich möchte euch heute eigentlich nur eine kurze, aber lustige Szene aus der gestrigen Schlacht erzählen. Es begann alles bei der Mine…
Bericht von Maroc
Endlich! Die Mine gehörte uns. Der lange schwere Kampf gegen die Streiter der Allianz war vorüber – vorerst.Nachdem die Verletzten notdürftig verarztet wurden machten sich die anderen auf den Weg, die Allianz auf eigenem Boden zu stellen. Mir fiel die Aufgabe der Verteidigung zu. So ist das auf dem Schlachtfeld. Wer nicht gleich weg ist, muss bleiben und Wache halten. Aber das störte mich nicht weiter. Schliesslich kann keine Armee ohne eine gute Verteidigung auskommen. Eine ehrenvolle Aufgabe also. Das redete ich mir weiter ein, während ich mich hinter ein paar Fässern versteckte und die Umgebung – vor allem die Fahne – im Auge behielt.
Die Fahne war das aller wichtigste. Sie war das Zeichen, dass dieser Ort der Horde gehört. Wenn es der Allianz gelänge ihre eigene Fahne zu hissen, würden die Minen-Arbeiter verschwinden und somit auch unsere Rohstoffe. Also wachte ich.
Aufmerksam.
Lang.
Und ein bißchen müde.
Aber dann kamen sie!
Ich konnte sie schon von weitem erkennen, auf ihren weißen Tigern. – Welcher Idiot reitet auf einem weißen Tier in die Schlacht? Schon mal was von Tarnfarben gehört? – Es waren fünf: 3 Nachtelfen, ein Mensch, vielleicht noch ein Gnom. Könnte auch ein Zwerg gewesen sein. Sind beide gleich hässlich.
Meine erste Reaktion war klar: Gib den anderen Bescheid. Über unsere magische Verbindung miteinander ließ ich die anderen wissen, dass sich fünf Allianzler der Mine näherten und ich allein war. Ohne Hilfe konnte ich das nicht schaffen.
Sie kamen näher.
Keine Verstärkung in Sicht.
Noch näher.
Schließlich die Rettung: ein Taure und eine Trollin kamen um mir zu helfen. Wir prügelten einen der Allianzler nieder bevor der Taure und der Troll den Boden küssten. Ich war allein, aber noch hatte ich Zeit zu verschwinden. Vielleicht würde es nicht auffallen. Vielleicht würde die Allianz denken, dass ich ebenfalls gefallen war.
Der Plan funktionierte.
Die Allianz hing ihre Fahne auf, die blass im Wind flatterte. Dann verschwanden sie, bis auf die zwei Nachtelfen. Niemand hatte bemerkt, dass ich noch immer in Sichtweite war und mich versteckt hielt.
Während ich den Schmerz meiner Wunden unterdrückte und abwartete was die beiden Langohren tun würden, meldete ich dem Rest der Horde, dass ich etwas Unterstützung brauchen würde. Es reagierte noch niemand. Aber das kümmerte mich noch nicht. Sie würden schon kommen.
Ich beobachtete weiter die Nachtelfen. Scheinbar gab es etwas interessantes zu beobachten, das ich nicht sah, denn beide standen mit dem Rücken zur Fahne. Unserer Fahne, verdammt. Dieses blaue Dreckslaken, dass sie darüber geschmissen hatten, konnte man ja kaum Fahne nennen.
Mutig schlich ich mich an und machte mich daran – gaaaanz leise – den blauen Stoff abzuhängen. Meine Hände zitterten ein wenig, weil ich fürchtete, jeden Moment könnten sich die beiden Langohren umdrehen und dann wäre es aus mit mir.
Nur noch ein paar Fetzen.
Jede Sekunde drehen sie sich um.
Geschafft! Alle hörten meinen Freudenschrei “Die Mine gehört wieder uns!” bevor mein Dolch im Rücken des Nachtelfen landete. Gleichzeitig rief ich wie verrückt: “Kommt und helft mir, sonst schaff ich es nicht!”
Aber scheinbar waren sie alle taub.
Alle, bis auf den Mensch und die Zwerge, die prompt zurückgeritten kamen… Dieses Mal konnte ich nicht einfach verschwinden, aber ich kämpfte tapfer, in der Hoffnung, dass vielleicht doch noch Verstärkung käme… vergeblich.
Fazit
So ungefähr hat es sich gestern zugetragen. Und was lernen wir daraus? Die menschliche Dummheit und Unaufmerksamkeit ist der beste Stun*, den es auf einem Schlachtfeld gibt!
*Stun = ein Zauberspruch/eine Attacke, die den Gegner für eine kurze Zeit betäubt





Ein fixierter Kommentar dazu: One plants a flag while the other is killed …
Sorry, was besseres ist mir nicht eingefallen.